Die Rolle des Wissensmanagements bei Nicht-Regierungsorganisationen

    12. Dezember 2001 von Dr. Bernhard von Guretzky

    Entwicklungszusammenarbeit besteht im wesentlichen aus Wissenstransfer. Neben den staatlichen Entwicklungsstellen (in Deutschland sind es die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) oder der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) gibt es weltweit in etwa 40.000 verschiedene Nicht-Regierungsorganisationen, die in ihrer überwiegenden Zahl in der Entwicklungshilfe tätig sind. In diesem Papier werden zunächst die Arbeitsweise von Non Governmental Organisations (NGOs) beschrieben und dann Möglichkeiten untersucht, welche Rolle das Wissensmanagement sowohl zur Koordination und Erhöhung der Effektivität einzelner NGOs vor Ort als auch beim Wissenstransfer spielen kann. Selbstverständlich lassen sich die hier beschriebene Probleme und Lösungsansätze auf andere Bereiche sowohl im öffentlichen Dienst als auch in Unternehmen anwenden.

    We"re not going to solve anything with the next technological device.
    I have my cell phone, my PalmPilot, and my laptop.
    I have more devices to carry around now than I know what to do with.
    We don"t need another device. We need to figure out what we"re trying to do for each other, how to deliver that, and how to make it easy to get there.
    Eric C. Dean

    Problemstellung

    Wissen hat inzwischen Geld als wesentliche Ressource in der Entwicklung Drittweltländer abgelöst. Dieser Tatsache wird zunehmend auch in der Entwicklungspolitik der Industrieländer Rechnung getragen und findet in dem Slogan "Hilfe zur Selbsthilfe" ihren Ausdruck. Andererseits gibt es noch zu wenige Erfolgsstories, in denen der Erwerb, das Verteilen und die Nutzung von Wissen - also die wesentlichen Prozesse des Wissensmanagement (siehe [1]) - direkt zur überwindung der Armut beigetragen haben. Im Gegensatz zur staatlich kontrollierten und finanzierten Entwicklungspolitik fördern gerade die kleineren und mittleren Nicht-Regierungsorganisationen die Kreativität und Innovation auf lokaler oder inhaltlich eingegrenzter Ebene, ohne dass sich die ökonomische, ökologische oder soziale Gesamtsituation des Landes wesentlich ändert. Bis auf sehr wenige Ausnahmen bleibt also der Erfolg der von NGOs geförderten Projekte lokal begrenzt.

    Bislang vergrößert sich noch die Kluft zwischen den "wissensreichen" Ländern des Nordens und den "wissensarmen" des Südens: Während in der Ersten und Zweiten Welt 20% der Weltbevölkerung mehr als 90% des Wissens produzieren, trägt die Dritte Welt mit den restlichen 80% weniger als 10% dazu bei (siehe [2]). Ganz entsprechend sieht es bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung aus. Daraus läßt sich schließen, dass sich der Anteil an der Wissensproduktion unmittelbar im Wohlstand der Bevölkerung niederschlägt.

    Erfolgreiche Entwicklungspolitik muss sich also um den Wissenstransfer von den entwickelten Industrienationen zu den sog. "unterentwickelten" Regionen in Afrika, Südamerika und Südasien kümmern. Dabei geht es nicht um den

    Informationsexport oder den leichten Zugang zu Datenbanken und Informationssystemen, der ja leicht zu bewerkstelligen wäre. Da Wissen in einem sozialen Umfeld entsteht und nur somit auch zu einem veränderten sozialen Handeln befähigt, geht es neben dem wissenschaftlichen und technischen Wissenstransfer auch um die dazugehörigen kommunikativen und kreativen Prozesse des Wissenserwerbs, der Wissensnutzung und Wissenstransparenz, d.h. der Austausch von Erfahrungswissen wird gerade dort wertvoller, wo trotz Globalisierung Arbeitsplätze nicht transferierbar sind. Dies betrifft insbesondere lokal gebundene Dienstleistungen und Bereiche der Produktion mit einer lebendigen Tradition von Spezialkenntnissen. Der Transfer zwischen Wissensproduzent und Anwender muss intensiviert und der interkulturelle Wissenstransfer in verschiedenen Wissensbereichen insbesondere einer marktgerechten Produktion entwickelt werden.

    Darüber hinaus gilt, es die auf lokaler Ebene benötigten Kompetenzen, d.h. also die dafür relevanten Wissensbasen genauer zu erkunden und eine den Wissenszielen der Entwicklungspolitik (siehe [3]) angepaßte Wissensproduktion zu unterstützen.

    Dem Netzwerk der NGOs kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, da sie hauptsächlich fachlich orientiert sind im Gegensatz zu den staatlichen Organisation, die sich einer politischen Strategie zu unterwerfen haben. Um im Bild des Wissensmanagement zu bleiben, sind die NGOs die Wissensgemeinschaften, die "Communities of Practices" (siehe [4]), in denen das notwendige Vertrauen aufgebaut wird, das für einen erfolgreichen Wissensaustausch zwischen den einzelnen NGOs untereinander und zwischen Wissensproduzenten und Anwendern Voraussetzung ist.

    NGOs

    Die Vereinten Nationen haben den Term "NGO" geprägt, um die Vertreter dieser Organisationen von denen der von Regierungen Abhängigen zu unterscheiden. Er hat sich trotz Widerstände durchgesetzt, da die UNO die Regeln und die (Entwicklungs-)Politik bestimmt, in deren Umfeld die meisten NGOs arbeiten. Die Rechte der NGOs sind durch Artikel 71 der UN-Charta garantiert. Um bei der UNO akkrediert zu sein, müssen folgende Anforderungen von NGOs erfüllt werden (rund 8.000 der etwa 40.000 NGOs haben offizielle Vertreter bei der UNO oder anderen interstaatlichen Institutionen wie der EU):

    • sie müssen staatlich unabhängig sein,
    • gegründet von einer oder einer Gruppe von Personen,
    • sich den Gesetzen des Gastlandes unterwerfen,
    • der Gemeinschaft dienender anstelle privater Ziele verfolgen,
    • dabei international ausgerichtet sein und
    • ein Minimum an organisatorischer Struktur aufweisen.

    Dabei können sie in ihrer Tätigkeit von Firmen, Stiftungen, Lehreinrichtungen, Kirchen, Gewerkschaften, Gruppierungen von Freiwilligen oder professionellen Organisationen getragen werden. Gewinnorientierte Organisationen sind per se nicht ausgeschlossen, solange Gewinn nicht das einzige strategische Ziel bleibt. Multinationale Konzerne wie Shell, die sich neben ihrer Gewinnorientierung bis vor kurzem noch dadurch hervorgetan haben, sich mit NGOs anzulegen, gehören daher nicht dazu, obwohl gerade dieser Konzern in jüngster Zeit die Zusammenarbeit sucht.

    Gerade Punkt 3 der obigen Definition führt immer wieder zu Kontroversen. Denn Aktionen international agierender NGOs erhalten bisweilen größere öffentliche Aufmerksamkeit und Zustimmung wie etwa die von Greenpeace gegen die Versenkung einer ölbohrplattform von Shell im Nordatlantik, die kurzfristig zu einem europaweitem Boykott der Shell-Tankstellen führte oder die Proteste von Amnesty International gegen Menschenrechtsverletzungen in China immer dann, wenn ein Bundeskanzler oder Präsident das Reich der Mitte mit einem Tross von Wirtschaftsführern besucht. Gerade aufgrund solcher Aktionen und dem teilweise staatlich gedecktem Schlendrian (BSE!) wird NGOs in der Bevölkerung zunehmend mehr vertraut als den entsprechenden staatlichen Stellen. Sie übernehmen die Zuständigkeit für einen ethischen "dritten Sektor", der weder von der Privatwirtschaft noch von der Regierung abgedeckt wird, oder wie Kofi Annan sich ausdrückt: "NGOs sind das Gewissen der Menschheit".

    Je weiter weg von der unmittelbaren Aufmerksamkeit der Medien solche Organisationen jedoch tätig werden, desto stiller wird es um sie und umso stärker sind sie Repressionen ausgesetzt. So kann man sagen, dass die Zunahme staatlich gelenkter Terrorakte gegen NGOs umgekehrt proportional der Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung in den Industrieländern ist, wie beispielsweise die Versenkung des "Rainbow Warriors" durch französisches Geheimpolizisten in Neuseeland oder die Ermordung von Umweltaktivisten in Nigeria gezeigt haben. Wäre das einer weniger Medien bewussten Organisation passiert, so würde man wohl heute noch nach den Mördern suchen.

    Gerade die international agierenden Organisationen mit einer gewissen Medienpräsenz sehen sich immer wieder staatlicher Verfolgung ausgesetzt, denn es liegt geradezu in der Natur der Sache, wollen sie doch die bestehende Ordnung der Entwicklungsländer, die oft die überwindung von Armut, Krankheit und Unwissenheit in der Bevölkerung verhindert, überwinden. NGOs können sich solch "obrigkeitsfeindliches" Verhalten leisten, sind sie doch in ihrer überwiegenden Mehrheit finanziell von staatlichen Zuschüssen der Länder, in denen sie arbeiten, unabhängig, obwohl es kaum NGOs gibt, die nicht Zuschüsse von staatlichen Organisationen ihrer Heimatländer erhalten.

    Obwohl NGOs keinen formalen Einfluß ausüben, haben sie doch inzwischen eine wichtige Rolle bei bestimmten Themenkomplexen globaler Politik übernommen. So sind sie nicht nur zum Wortführer einer globalen Umweltpolitik geworden, sondern setzen sich ebenso ein für die Beachtung der Menschenrechte, der Stärkung der Stellung von Frauen und Kindern in der Gesellschaft sowie für die Abrüstung (Verbot von Landminen etwa) und eine gerechte Wirtschaftsordnung zwischen den Industrieländern einerseits und den Entwicklungs- und Schwellenländern andererseits.

    Wie die Debatte um die Globalisierung der Weltwirtschaft am Rande der Tagungen von Welthandelsorganisation oder der G8-Länder zeigt, wird die Rolle der NGOs zunehmend auch von staatlichen Organen anerkannt und sie übernehmen - gerade weil sie nicht staatlich sind - "delikate" Aufgaben der Entwicklungspolitik. So haben sich einige Länder wie Nordkorea oder Laos offiziell von der Staatengemeinschaft abgeschottet, so dass staatliche Hilfe der entwickelten Nationen kaum fließen kann. Hier übernehmen dann NGOs die Rolle der Entwicklungspolitik. So hängt z.B. die Volksrepublik Laos völlig am Tropf der NGOs, die die wesentlichen Bereiche der Infrastruktur-, Bildungs- Gesundheits- und Landwirtschaftspolitik abdecken.

    Im Vergleich zu multinationalen Wirtschaftsunternehmen oder staatlichen Entwicklungshilfeorganisationen sind die Budgets von NGOs klein. Ihre Finanzierung erfolgt typischerweise über Spenden von Privatpersonen oder Unternehmen, Erträge aus Projekten, staatliche Zuschüsse und Beiträge von Partnern wie Kirchen oder Partnerorganisationen oder Gewinnen aus angeschlossenen Wirtschaftsunternehmen (wie etwa die Dritte Welt Läden von Oxfam). Viele NGOs beschäftigen ihre Mitarbeiter auf Teilzeitbasis und projektabhängig; die Aufwände für allgemeine Verwaltung und Infrastruktur liegen typischerweise in der Größenordnung von 10% und sind damit deutlich niedriger als bei entsprechenden staatlichen Diensten.

    Von ihrer Struktur her fallen NGOs in zwei Kategorien, solche die in ihrer Arbeit und in ihrem öffentlichen Auftreten ganz wesentlich von hoch motivierten Individuen geprägt sind und solche die wie professionelle Unternehmen geführt werden. Die erste Gruppe wird von Pionieren getragen, die ihr Herzblut einsetzen und bereit sind, Tag und Nacht zu arbeiten ungeachtet des Lohnes. Sie sind meist wenig strukturiert und in vielem dilettantisch geführt. Zur zweiten Gruppe zählen institutionalisierte Organisationen mit Angestelltenstatus und sozialen Sicherheiten, die aber meist professioneller geführt sind.

    Arbeitsgebiete von NGOs

    Die Arbeitsgebiete der NGOs sind divers ausgerichtet und unterscheiden sich in ihrer Bedeutung sehr stark. So finden sich darunter Organisationen, die radikale, religiöse Ziele vertreten (z.B. die Hamas), die Verbreitung von Esperanto oder die Besiedlung des Weltraums auf ihre Fahnen schreiben. Versuchen die meisten NGOs ihre strikte Unabhängigkeit von Regierungen zu bewahren, so gibt es auch solche, die nichts anderes als Büttel von Firmen- Staats- oder kriminellen Interessen sind. Einige haben Tausende Mitarbeiter rund um den Globus, während andere von nur einer Handvoll Menschen getragen werden. Neben stark zentralisierten NGOs gibt es genauso stark regionalisierte. Ebenso ist eine allgemeingültige Definition der Aufgabengebiete schwierig. Oberstes Ziel der Mehrheit der Entwicklungszusammenarbeit ist es, die lokale Bevölkerung darin zu bestärken, von der Fähigkeit überzeugt zu sein, ihre eigene Zukunft zu gestalten. NGOs sind hier Katalysator für eine soziale und wirtschaftliche Mobilisierung. Unter dieser Prämisse ergeben sich die folgenden Arbeitsschwerpunkte:

    • Bekämpfung von Hunger und Armut: Regionale makro-ökonomische Krisen bedrohen immer wieder Hunderttausende mit Hunger. Hier gilt es, den Teufelskreis von Armut und Hunger zu durchbrechen und die Ursachen anstelle der Symptome zu bekämpfen, was naturgemäß oft zu Konfrontationen nicht nur mit den Regierungen der betroffenen Regionen sondern ebenso zur kritischen Auseinandersetzung mit der westlichen Handelspolitik führt.
    • Akademische Netzwerke, Think Tanks: Die sozialen, kulturellen und technologischen Konsequenzen der Naturaneignung bedürfen zunehmend globaler Lösungen, was die effiziente Verwaltung und das Lenken eines Staatswesens zunehmend schwieriger macht. Beispiele für diese Entwicklung sind etwa die Regulierung internationaler Finanzmärkte, die Bekämpfung der Geldwäsche oder der zunehmende Handlungsdruck in Bereichen wie AIDS oder des Klimawandels. Das Delegieren solcher technischer und in zunehmendem Maße auch politischer Fragen an Experten verstärkt die Diskrepanz zwischen Wissenden und Handelnden. Hier stehen von NGOs getragene Wissensnetzwerke und Think Tanks bereit, diese Diskrepanz zu überwinden.
    • Bildung: In diesem Zusammenhang steht auch die wenigstens punktuelle überwindung der Wissenskluft zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern. Dazu dienen e-Learning und virtuelle Universitäten mit spezifischen der Region angemessenen Themen, wie etwa das Bildungsnetzwerk Santren, das die schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen im südlichen Afrika durch entsprechende Bildungsprogramme verbessern will.
    • "Hilfe zur Selbsthilfe", Pilotprojekte: NGOs agieren unabhängig und selbstständig; sie können daher sehr viel leichter neue Methoden und Hilfsmittel einsetzen und diese in Pilotprojekten überprüfen. Bisweilen übernehmen sie dabei die Rolle des Vorreiters für staatliche Organe.
    • Infrastruktur: Neben dem Auf- und Ausbau der Be- und Entwässerung, der Transportwege und der Stromversorgung geht es hier um die Bereitstellung und Unterstützung von Zentren für Baumaterial bis hin zu technischer Expertise.
    • Umweltfragen: Armut, Hunger und eine fehlende wirtschaftliche Basis lassen den Stellenwert der ökologie in vielen Entwicklungsländern bis zur Bedeutungslosigkeit sinken, was jedoch in einen Teufelskreis führt. Die zunehmende - im wahrsten Sinne des Wortes - Verwüstung vieler Länder Afrikas verstärkt jedoch die Probleme. Lokal begrenzte Aufforstungsprogramme oder Alternativen der zur Desertifikation beitragenden Viehhaltung sind typische Arbeitsgebiete vieler NGOs.
    • Policy Making: Mittels ihrer stark durch persönliche Kommunikation geprägten Arbeitsweise erringen NGOs schneller das Vertrauen der lokalen Bevölkerung als staatliche Institutionen. Ratschläge und Hilfe werden daher eher akzeptiert. Dies gilt in neuerer Zeit auch in umgekehrter Richtung, d.h. NGOs spielen eine zunehmend wichtiger werdende Rolle in der Politik, indem sie als Transmissionsriemen zwischen Regierung und Bevölkerung für Informationen über Lebensumstände, wirtschaftliche Fähigkeiten und Bedürfnisse oder kulturelle Eigenheiten der Bevölkerung dienen. Als Anwälte der Armen versuchen NGOs immer wieder die Politik zu beeinflussen entweder durch erfolgreiche Arbeit vor Ort oder durch "Formulierungshilfe" von Anforderungen an die Regierung, wie das etwa in Laos üblich ist. NGOs haben hier also eine Doppelrolle als Kritiker und als Partner und Berater öffentlicher Organe. Weitere Beispiele sind die Durchsetzung bestehender Landrechte, Wahlbegleitung oder Unterstützung bei der Demokratisierung.
    • Menschenrechte allgemein; Rechte der Frauen und Kinder: In einigen Ländern der Welt ist bereits die Tatsache, eine Frau zu sein, eine ernsthafte Bedrohung für Leib und Seele. Hier versuchen NGOs, Frauen und Kinder vor Folter, Vergewaltigung und Versklavung zu schützen und sicher zu stellen, das den Rechten von Frauen und Kindern genauso viel Beachtung geschenkt wird wie denen der Männer. Bekanntestes Beispiel hier ist Amnesty International.
    • Gesundheit: In vielen Entwicklungsländern ist die Arbeit von NGOs bereits in das staatliche Gesundheitswesen integriert. Sie transferieren nicht nur medizinisches Wissen und pharmazeutische Produkte, sondern kümmern sich um spezifische medizinische Probleme vor Ort. So haben sich etwa im südlichen Afrika NGOs auf die AIDS-Prophylaxe spezialisiert oder in den ehemaligen Kriegsgebieten Südostasiens auf plastische Chirugie, um den entstellten Opfern von Minen, Napalm oder Erbkrankheiten wieder zu einem menschlichen Antlitz zu verhelfen.

     

    Die zunehmende Einbindung von NGOs in die Arbeit nationaler wie internationaler Organisationen scheint die Innovationsbereitschaft auf allen Seiten erhöht zu haben, je mehr sich die Einsatzgebiete von sicherheitspolitischen Kernthemen fortbewegen. Zudem rückt die Kooperation von NGOs mit Unternehmen immer mehr ins Zentrum des Interesses.

    Herausforderungen an die NGOs

    Obwohl die NGOs als alternative Stimme und Kritik offizieller Regierungspolitik von den Medien und somit auch von der Politik immer ernster genommen werden, müssen sie sich mit ernst zunehmender Kritik, die sich gerade aus ihrer Grundstruktur ableitet, auseinandersetzen. NGOs haben keine demokratische Legitimation und die Verwendung ihrer Mittel im Sinne ihres Auftrages kann nicht immer sichergestellt werden. So sind beispielsweise viele NGOs anfangs der neunziger Jahre schweren Herzens aus der Arbeit in Afghanistan ausgestiegen, weil oft nicht mehr zu kontrollieren war, ob das Geld nicht schließlich über den Umweg der Nahrungsmittellieferungen für Waffenkäufe eingesetzt wurde.

    Aufgrund ihrer bisweilen verbissen verteidigten Unabhängigkeit, sprechen NGOs oft mit widersprüchlicher Stimme, wodurch sie sich bisweilen gegenseitig in ihrer Effektivität und in ihrem politischen Einfluss schwächen. Auch sind Verteilungskämpfe um die Spenden nicht unüblich. Gerade die Debatte um die "digitale Kluft" und der Kampf gegen AIDS sind beispielhaft für die Konkurrenz um Ressourcen und Einfluß, was eine höhere Streuung der eingesetzten Mittel zur Folge hat. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass starke wirtschaftliche Interessen (z.B. der Pharma- und Informationstechnologie) dahinter stehen.

    Zwei Faktoren sind von zentraler Bedeutung für die Notwendigkeit von Veränderungen, denen die NGOs gegenüberstehen. So hat die Globalisierung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Prozesse eine Vielzahl neuer Probleme hervorgebracht, die eine Zusammenarbeit über Grenzen und Organisationen hinweg notwendig macht. Gerade der Globalisierungsdruck und die in jüngster Zeit im Rahmen der New Yorker Terroranschläge geschmiedete Wertegemeinschaft beschleunigt eine Transformation hin zu einem westlich geprägten Demokratieverständnis und der Marktwirtschaft, die sich auch in der Zielrichtung vieler NGOs widerspiegelt, obwohl man gerade angesichts der judikativen Entwicklung in Amerika meinen könnte, dass sich dieses Land mit der Todesstrafe, Folter, Inhaftierung ohne Anklage und den Militärtribunalen aus der westlichen Wertegemeinschaft verabschiedet.

    Der Ruf nach mehr Effektivität staatlicher Dienstleistungen hat auch vor internationalen Organisationen nicht haltgemacht. Der Druck, effizient und transparent Dienstleistungen in der Entwicklungszusammenarbeit zu gewährleisten, hat auch die NGOs erreicht, weswegen in letzter Zeit die Diskussion über und der Aufbau von Partnerschaften oder Netzwerken - "communities of practices" wenn man so will - bei den NGOs immer mehr Beachtung findet. So gibt es inzwischen einige NGOs, die sich auf die Kommunikation, die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch spezialisiert haben (siehe [8]) oder sich als gemeinsame Plattform vieler gleichgerichteter Organisationen verstehen. Zu diese Partnerschaften gehören zunehmend neben den staatlichen Organisationen auch Unternehmen.

    Wissensmanagement bei NGOs

    Es ist im Sinne der strategischen Ziele der Entwicklungspolitik, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Das bedeutet für die wissensorientierte Entwicklungszusammenarbeit und die sie tragenden NGOs, dass sie nicht als überbringer von Lösungen sondern als deren Verteiler auftreten, was bedeutet, dass das Know-how möglichst getrennt von den Hilfsleistungen angeboten wird. Nur dann bekommt auch das "mitgelieferte" Wissen einen ausgewiesenen Wert und kann entsprechend den Situationen vor Ort zusammen mit den übrigen Hilfsleistungen zu neuen Lösungen führen. Sonst würde sich eine solche Entwicklungszusammenarbeit zu einer reinen Hilfeleistung reduzieren und - wie so oft in früheren Jahren - wirkungslos verpuffen.

    Als Wissensmanager bringen NGOs lokales und globales Wissen zusammen und ermöglichen somit Lernprozesse auf beiden Seiten. Darüber hinaus vermitteln sie zwischen verschiedenen Kulturen und tragen dazu bei, relevantes Wissen in politische Prozesse einfließen zu lassen. Dies geschieht nicht nur auf technologischer Ebene, vielmehr können die NGOs ihren Fokus und ihren Einfluss dazu nutzen, verschiedene Akteure an einen Tisch zu bringen. In vielen Fällen koordinieren sie zudem die Arbeit dieser Akteure in themenbezogenen globalen Netzwerken. In diesem Sinne bilden NGOs Wissensgemeinschaften in der Entwicklungszusammenarbeit, womit die Voraussetzungen zu einem Wissenstransfer gelegt sind ("no knowledge sharing without communities!"). Folgende Aspekte des Wissensmanagements spielen bei NGOs eine besondere Rolle und werden in den folgenden Abschnitten ausführlicher beschrieben:

    • Wissenstransfer:Bearbeitung und Speicherung von explizitem und impliziten Wissen. Dazu gehört ein "Wie-mache-ich-das?-Verzeichnis" mit entsprechenden Suchfunktionen über das Intranet.
    • Best Practices:Bearbeitung und Speicherung einer Datenbasis, in der die Erfahrungen aus realen Projekten mitsamt ihren technischen, sozialen und kulturellen Problemen beschrieben werden. Anhand der aufgezeichneten Erfahrungen wird es auch möglich sein, aktuelle Projekte bezüglich ihrer Effektivität und Nützlichkeit zu beurteilen.
    • Wissensnetze:Einführung elektronischer Gelber Seiten, in denen Erfahrungen vor Ort und das Know-how einzelner Personen oder ganzer NGOs dargestellt werden. Gelbe Seiten sind das effektivste Werkzeug, Menschen miteinander zu verbinden und sicherzustellen, das Wissen über organisatorische Grenzen hinweg fließen kann.

    Wie bei allen wissensreichen Organisationen und Unternehmen muß neben diesen technischen Aufgaben auch eine Kultur innerhalb der NGOs geschaffen und gepflegt werden, die das Teilen von Wissen als wesentlichen Erfolgsfaktor begreift, oder wie es Steve Denning, Chief Knowledge Officer der Weltbank, ausdrückt: Wissensmanagement besteht zu 80% daraus, kulturelle und soziale Veränderungen in einer Organisation herbeizuführen und zu 20% darin, neue IT-Werkzeuge einzuführen. Daraus ergeben sich auch die Probleme in bezug auf das Wissensmanagement, mit NGOs zu kämpfen haben: Es ist einmal die Bürokratisierung ihrer Arbeit, die ihre Kreativität und Fähigkeit, neues Wissen zu generieren und anzuwenden, behindert und zum anderen ihre Spezialisierung, die eine Scheuklappenmentalität fördert. Hier muss auf institutioneller Ebene dafür gesorgt werden, den Blick über den Tellerrand freizuhalten.

    Wissenstransfer

     

    Wissen bringt den entscheidenden Unterschied! Länder wie Südkorea etwa, die Wissen frühzeitig in ihrem Industrialisierungsprozess effektiv eingesetzt haben, stehen heute weitaus besser da, als Länder wie etwa Ghana, denen das nicht in solchem Masse gelungen ist, obwohl sie - bezogen auf ihr Bruttosozialprodukt - vor etwa 40 Jahren am selben Ausgangspunkt standen. Der Einsatz von Wissen verbessert aber nicht nur die materiellen Lebensumstände, sondern führt - ganz konkret - beispielsweise auch zur Reduzierung der Kindersterblichkeit.

    In der Entwicklungspolitik geht es also darum, die Kluft zwischen wissensarmen und wissensreichen Ländern zu schließen. Hochindustrialisierte Länder investieren einen hohen Anteil ihres Prokopfeinkommens in Wissenserwerb und Wissensentwicklung. Diese Lücke ist von Entwicklungsländern kaum mehr zu schließen, daher müssen sie sich auf die Wissensverteilung und Wissensnutzung konzentrieren. Hier bieten sich gerade durch den Einsatz neuer Kommunikationstechnologien gute Möglichkeiten.

    "Policy Making" in Form eines Transmissionsriemen zwischen Regierung und Bevölkerung wurde bereits als eine wichtige Aufgabe von NGOs beschrieben, da sie in einer besonderen Position sind, neben materiellen Gütern und Dienstleistungen auch Informationen und Wissen zu verbreiten und mit vergleichbaren Aufgaben befaßte Gruppen miteinander zu vernetzen. Sie übernehmen damit die Aufgabe von "Verbreitung" und "übertragung" von Wissen an Wissenssuchende, sind damit Makler und Distributionsorgane und ermöglichen es jenen, die nach Problemlösungen suchen, mit anderen, die zur Lösung ähnlicher Probleme Erfahrungen gesammelt haben (Best Practices, Lessons Learnt), in Kontakt zu treten. Dabei muss die betreffende Organisation nicht unbedingt selbst über das benötigte Wissen verfügen, sie kann - der Rolle als Makler gerecht werdend - auf andere verweisen. Im Sinne des Wissensmanagement ist der Transfer und das (Ver-)Teilen von Wissen über die Projektarbeit also eine ganz wesentliche Aufgabe der NGOs, die durch Austausch und Adaption ihrer Erfahrungen über Erfolg und Mißerfolg von Projekten unter Einbeziehung des Wissens vor Ort geschehen muss. So entstehen für alle global zugängliche Wissensbasen für die Entwicklungszusammenarbeit.

    Wissenstransfer in diesem Umfeld erschöpft sich jedoch nicht allein im Aufbau und Betrieb einer Datenbank. Hier ist vielmehr die Rolle des "Transmissionsriemen", das "networking" der NGOs untereinander und zu ihren Stakeholdern gefragt. Dabei geht es nicht um den Export von Wissen, sondern um das verantwortliche Anwenden von Wissen unter Berücksichtigung der Bedingungen vor Ort. Sonst besteht die Gefahr, dass der achtlose Einsatz importierten Wissens sich nachteilig auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt.

    Ein weiteres Problem des Wissenstransfer sind die Urheberrechte, die dem ungehinderten Austausch von Informationen und Erfahrungen in Form von Patenten (hier besonders die billige Produktion von AIDS-Medikamenten) oder Copyrights entgegenstehen.

    Um die Prozesse des Verteilens und Anwendens von Wissen innerhalb von NGOs zu optimieren, sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

    • Das in Datenbanken, im Internet oder ähnlichen Medien vorhandene Wissen zum Anwender zu bringen.
    • Der Einsatz der IT-Technologie in Zusammenarbeit mit der Industrie, um die "ärmsten" Individuen, Gemeinschaften und Länder in das globale Informationsnetz einzubinden. Hier fehlt inzwischen kaum einer der großen Namen der IT-Industrie, die versuchen, eine Informations- und Kommunikationsinfrastruktur aufzubauen.
    • Unterstützung der Wissensakquisition auf allen operativen Ebenen der NGOs um neue Arbeitsmethoden einzuführen und neue Wege der Problemlösung zu ermöglichen.
    • Sicherstellen, dass Wissen für andere tatsächlich auch als Informationsquelle benutzt wird, um Informationsdefizite zu beheben und damit der Wissensgenerierung dient. Hierbei können entsprechende Anreizsysteme helfen.
    • Bildung von Wissensgemeinschaften (Communities of Practice, Communities of Interest) und deren Unterstützung durch ein Intranet und Content Management System. Dadurch können einerseits die einzelnen Mitglieder sich untereinander vernetzen. Andererseits funktioniert das auch über die Grenzen der einzelnen NGO hinweg.

     

    Was den letzten Punkt betrifft, so hat die Weltbank eines der größten online-Wissensgemeinschaften ("Global Knowledge Partnership") aufgebaut, in dem Systeme

    für das Content Management, Groupware, personalisierbare Intranetportale und das Knowledge Management kombiniert wurden (siehe [14]). Die Weltbank stellt dabei nicht das Wissen zur Verfügung sondern nur die technische Infrastruktur. NGOs bilden zusammen mit staatlichen und internationalen Organisationen die Content Provider. Um hier Material zu publizieren, sind keine XML-, Datenbank- geschweige dann Programmierkenntnisse erforderlich; dies geschieht mit einfachen Editoren. über integrierte e-mailfunktionen und "Channels" können die Nutzer überall auf dem Laufenden gehalten werden.

    Lessons Learnt und Best Practices

    Am Ende eines jeden Projektes muss eine abschließende Reflexion der eigenen Arbeit zur Sammlung der wesentlichen Erfahrungen und Lernschritte erfolgen. Dieser Schritt erfolgt in kodifizierter Form

    . Doch liegen die Schlüsselaspekte solcher Lessons Learnt oft in nicht eigens formuliertem, praktischem Wissen oder im Know-how, sondern in implizitem Wissen, das durch Vor-Ort-Besichtigungen, praktische Ausbildungen oder Unterstützungsprogramme erworben wurde.

    Eine wesentliche Funktion dabei spielt das sog. "Storytelling", wo anhand von Beispielen Situationen in einen spezifischen Zusammenhang dargestellt werden (siehe [11]). Fallstudien, Lessons Learnt und Best Practices sind alles Beispiele, die von der Kunst des Geschichtenerzählens nur profitieren können, da ein Zusammenhang zu den konkreten Situationen und Erfahrungen des Erzählers hergestellt wird. Storytelling setzt den persönlichen Austausch (auch über e-mail) zwischen Erzähler und Zuhörer voraus, denn der Sinn des Erzählens liegt ja gerade darin, die abstrakte Kommunikation über Themen zu personalisieren. Dadurch erhält das informative, explizite Wissen zusätzliche emotionale, implizite Komponenten, die durch Multimediaelemente wie Audio- und Videoclips oder Graphiken noch verstärkt werden können.

    Storytelling ist ein interaktiver Prozess, d.h. der Zuhörer versteht ein Problem nicht nur aus der Sicht des Erzählers, sondern er kann die Beschreibung mit seiner eigenen Arbeitssituation in Zusammenhang bringen und damit neues Wissen erzeugen. Dieser Punkt ist insofern wichtig, da sich schwer feststellen läßt, welche Aspekte der Lessons Learnt oder Best Practices als allgemeingültig und welche als spezifisch lokal zu bezeichnen sind. Jede "Geschichte" muss auf eine neue Situation übertragen werden und bedeutet damit meist deren teilweise oder komplette Neuerfindung unter geänderten, spezifisch lokalen Bedingungen. Genau dieses Neuerfinden bedeutet jedoch die notwendige Flexibilität und lokale Anpassung der Projektarbeit, die für den Erfolg der Entwicklungszusammenarbeit entscheidend ist.

    Bei der Implementierung einer Plattform für Lessons Learnt und Best Practices ist dafür zu sorgen, dass alle innovativen Tätigkeiten und Erfahrungen sorgfältig aufgezeichnet werden. Dies muss nach zuvor festgelegten Regeln etwa unter Benutzung von Templates erfolgen, wozu auch eine Qualitätskontrolle und eine deutliche Kennzeichnung des Autors, der über e-mail kontaktiert werden kann, gehört. Content Management Systeme bieten hierfür geeignete Hilfsmittel und Verfahren (siehe [5]).

    Ein Beispiel dafür ist die Website Surf South & West Asia (siehe [12]), eine Plattform über die interessierte Parteien Best Practices und Lessons Learnt von Hilfsprogrammen der UNO und von NGOs austauschen können.

    Eine kritische Anmerkung sei hier noch angebracht: Obwohl Jahr für Jahr riesige Summen in die Entwicklungszusammenarbeit und insbesondere in die Bekämpfung der Armut fließen, scheinen sich die Probleme in vielen Nehmerländern eher zu verschlechtern. Die Globalisierung und die von der Welthandelsorganisation forcierte Liberalisierung der Märkte stellen die NGOs vor neue Herausforderungen. Um in diesem sich ständig ändernden Szenario bestehen zu können, d.h. die Relevanz der Entwicklungszusammenarbeit mindestens zu erhalten, müssen NGOs radikal neue Wege gehen und dürfen sich nicht auf Konzepte wie Best Practices verlassen. Denn diese Konzepte sind in vielen Fällen doch wenig mehr als der Versuch, die Probleme von Heute mit den Lösungen von Gestern anzugehen. Denn die globale Politik und damit auch die makro-ökonomische Situation der Entwicklungsländer wird zunehmend instabiler und weniger vorhersehbar. Dieser Unstetigkeit haben sich die NGOs zu stellen.

    Wissensnetze

    Obwohl sich die langfristigen Ziele der verschiedenen NGOs wenig voneinander unterscheiden, gibt es in ihren Methoden und ihrer Vorgehensweise erhebliche Unterschiede. Eine Konsequenz daraus ist der zu geringe Austausch darüber, mit welchen Strategien die Organisationen ihre Ziele angehen. Gemeinhin fangen die NGOs bei "Adam und Eva" an und beziehen die Erfahrungen anderer NGOs zu wenig in die eigene Arbeit mit ein.

    Die Mitgliedschaft und Mitwirkung in verschiedenen internationalen Organisationen ermöglicht die weltweite Vernetzung der NGOs untereinander. Maßnahmen zur Lösung globaler Probleme können koordiniert und gemeinsame Anliegen wirksamer vertreten werden, wodurch die NGOs eine zusätzliche Legitimität erhalten und sie sich als Stimme der Entwicklungsländer in der industrialisierten Welt Gehör verschaffen.

    Zur Beantwortung der Frage, "was wo wem bekannt ist?" helfen Wissensnetze, die weniger als globales Langzeitgedächtnis sondern vielmehr als "Network of Competence" zu verstehen sind und weit über www.wer-weiß-was.de hinausgehen. Wissensnetze verbinden Wissensquellen mit Wissenssenken und Wissensträgern. Diese Relationen lassen sich graphisch darstellen, sodass der Zugriff zu den einzelnen Objekten einfach und übersichtlich wird. Umgekehrt kann ein Wissensnetz selbst von der Art und Weise, wie ein Benutzer sich darin bewegt, darauf schließen, an welchen Themen er interessiert ist. Das Wissensnetz kann somit selbstständig versuchen, Wissenssenken dadurch zu füllen, indem es den Benutzer mit dem entsprechenden Wissen oder ihren Wissensträgern in Verbindung bringt.

    Wesentliche Funktion eines Wissensnetz ist es, interaktive Kontakte zwischen den Wissensträgern der NGOs zu vermitteln und eine übersicht über deren Praktiken, Erfahrungen und Aufgaben zu erstellen. Darüber hinaus haben sie folgende Aufgaben:

    • Identifizierung des außerhalb einer NGO vorhandenen Wissens,
    • Verteilen des Wissens innerhalb und außerhalb einer NGO und
    • Vernetzen der beteiligten Akteure und Sicherstellen der Kommunikation untereinander.

    Wissensnetze sind Partnerschaften von Organisationen, die einen gemeinsamen Fokus in ihrer Arbeit haben. Sie ermöglichen eine zielgerichtete Arbeit über Unternehmensgrenzen hinweg und sind damit Grundlage für eine veränderte Art der Einstellung zur Entwicklungszusammenarbeit.

    Links:

    [1]Probst/Romhardt: "Bausteine des Wissensmanagement - ein praxisorientierter Ansatz"; www.cck.uni-kl.de/wmk/papers/public/Bausteine/

    [2]Florian Rötzer: "Die Wissenskluft wird größer" in: Best Practices in Urban Environmental Technologies; www.bestpractices.at/bilder/newsletter5.pdf

    [3]Bernhard von Guretzky: "Schritte zur Einführung des Wissensmanagement - Definition und Bewertung von Wissenszielen"; www.c-o-k.de/cp_artikel.htm

    [4]Bernhard von Guretzky: "Schritte zur Einführung des Wissensmanagement - Wissen erwerben und entwickeln"; www.c-o-k.de/cp_artikel.htm

    [5]Bernhard von Guretzky: "Wissensmanagement und Content Management";

    www.c-o-k.de/cp_artikel.htm

    [6]James A. Paul: "NGOs and Global Policy Making"; www.globalpolicy.org/ngos/analysis/anal00.htm

    [7]Stephan Hobe: "Global Challenges to Statehood: The increasingly important role of non-governmental organisations"; www.globalpolicy.org/ngos/role/intro/def/2000/chaleng.htm

    [8]Benner/Witte: "Brücken im globalen System: Neues Leitbild für internationale Organisationen"; www.dgap.org/IP/ip0105/benner_witte.html

    [9]"Knowledge - The Shift in Paradigm"; www.dse.de/ef/rep1098e.htm

    [10]"Coordination of European NGOs networking on Trade (CENNT)"; www.agobservatory.org/OrgList/ORGDETAIL.CFM

    [11]Rudy Ruggles: "The Role of Knowledge Sharing in Knowledge Management"; www.storytellingcenter.com/articles/business/stories-km.htm

    [12]www.surfsouthasia.org/BESTPRAC/UNDP/intro.shtm

    [13]www.hri.ca/welcome.cfm

    [14]www.globalknowledge.org

    [15]www.oneworld.net

    Für die kritischen Kommentare beim Verfassen dieses Artikels danke ich Blanca Steinman von der schweizerischen NGO, "Hilfswerk der evangelischen Kirchen".

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